Artikel aus 
www.politonline.ch <http://www.politonline.ch/>   12. 8. 06
Schützenhilfe!
In seiner jüngsten, vom Norden Israels aus gesendeten Ansprache
innerhalb seiner „Club 700 Show“ der Christian Broadcasting Corporation
hat der in der USA überaus bekannte Prediger Pat Robertson
unterstrichen, dass sich dieser Krieg [gegen den Libanon] in den Plan
Gottes einfüge, das auserwählte Volk zu verteidigen und dass sich dieser
Krieg gegen das teuflische iranische Regime fortsetzen müsse. 1
Robertson war am 8. 8. in Israel eingetroffen, wo er sofort von
Premierminister Ehud Olmert und Mitgliedern des Generalstabs empfangen
wurde.  
 
Robertson, seines Zeichens christlicher Fundamentalist, steht der
Familie Bush nahe  - was nicht weiter überraschen dürfte - und ist u.a.
dadurch bekanntgeworden, dass er im August 2005 öffentlich dazu aufrief,
Hugo Chávez zu ermorden. Ungestraft, wohlgemerkt. Im Januar dieses
Jahres hat er die Erkrankung Ariel Sharons dahingehend gedeutet, dass
Sharon eine göttliche Strafe erleide, die ihn deswegen getroffen habe,
<weil er den Gazastreifen den Palästinensern überlassen wollte.> 2 
 
Die Sendungen von Robertson werden regelmässig von Millionen von
Fernsehzuschauern in der ganzen Welt verfolgt. Dennoch darf man sicher
sein, dass, wie Noam Chomsky schreibt, nur ein grosser Teil der
Amerikaner derartige Dinge glaubt, der Rest der Welt sieht sie als das,
was sie sind. In seiner Anfang Januar 2006 ausgestrahlten Rede vernahm
man ferner, dass <Gott diese Erde [Israel] als die seinige betrachtet.>
Ariel Sharon, so Robertson, <sei ein sehr angenehmer Mensch gewesen,
eine Person, deren Gesellschaft wunderbar gewesen sei.> Er habe privat
mit ihm gebetet. <Aber jetzt liegt er im Sterben; er war im Begriff, die
Erde Gottes zu teilen. …… Gott sagt zu jedem Premierminister [Israels],
der sich entschliesst, sie in Stücke zu teilen und auszuliefern, ‚nein’,
sie gehört mir.> Und ich würde sagen: <Unglück überkomme jeden
Premierminister, der dieselbe Richtung einschlägt, um die Europäische
Union, die UNO und die USA zu besänftigen.>   
 
Es ist nicht ganz ersichtlich, ob Robertson von den politischen
Mechanismen, die unseren Globus zu zerstören drohen, so gut wie nichts
begriffen hat, oder ob er, im Gegenteil hierzu, Teil der jetzigen
Politfassade ist, hinter der sich ein Abgrund auftut, von dem die
meisten nicht die geringste Ahnung haben. Im letzteren Fall wäre er in
der Tat eine brillante Marionette, was der Wahrheit am nächsten kommen
dürfte. Selbstverständlich ist ein Redner wie Robertson der Idealfall
für Bush und Israel. Was die zweite Interpretation betrifft, so wird
diese dadurch gestützt, dass Robertson eine wichtige Rolle in den
verdeckten Operationen der amerikanischen Geheimdienste spielt. Während
der vorhergehenden Invasion des Libanons hatte er im Süden des Landes
einen evangelischen Radiodienst installiert, der den Namen ‚Voice of
Hope’ trug. Obwohl sich dort schon damals kaum mehr ein
Hoffnungsschimmer auftun konnte. Dieser Sender diente als Deckung für
die Söldner der Armee des Südlibanons, die von einem zum radikalen
christlichen Glauben übergetretenen Schiiten, dem Major Saad Haddaad
sinistren Angedenkens, befehligt wurde.
 
Es wäre wünschenswert, dass man sich angesichts der jetzigen Katastrophe
und der gegen den Iran ausgesprochenen Kriegsdrohungen vermehrt über
politische Literatur anstatt über die Tagespresse informiert. Wir
empfehlen daher nochmals dringend, das auf politonline vorgestellte Werk
von Wolfgang Eggert ‚Erst Manhattan - Dann Berlin,
Messianisten-Netzwerke treiben zum Weltenende’ ISBN-Nr. 3-935845-09-X,
zu lesen.
 
1 https://www.voltairenet.org/article142913.html 9. 8. 06
http://www.voltairenet.org/article133472.html 10. 1. 2006
Les nouvelles prophéties du pasteur Pat Robertson